Werde niemals krank in Schweden

Am Wochenende haben wir wieder einmal erleben dürfen was es bedeutet in Schweden krank zu werden. Nämlich nichts Gutes! in diesem Lande lässt es sich gut leben, keine Frage. Manches ist ruhiger, entspannter, schöner und besser als in Deutschland. Aber manches ist eben auch mit großem riesem Abstand schlechter und dazu gehört leider das Gesundheitssystem oder wie man es hier nennen könnte, das "Arzt- und Kostenvermeidungssystem".
Aber von Anfang an:
Wir wollten mit Freunden am See Wintergrillen machen. Also sind wir mit Schlitten und Würsten bepackt an den See. Da der Schnee da bis zu den Oberschenkeln geht (ausser an ein paar wenigen geräumten Stellen), haben wir auch Schneeschaufeln dabei gehabt und genau diese hat unser Sohn sich dann in die Lippe gerammt. Ein Schnitt und viel Blut waren das Ergebnis. Wir haben natürlich direkt bei der Zentralen Stelle für solche Fälle angerufen (es war ja auch noch Wochenende). Die meinten doch glatt, dass es ausreicht wenn es innerhalb von 6 Stunden genäht würde, wenn dies überhaupt nötig wäre. Ausserdem wäre es eh voll und in die Notaufnahme kann man mit so was nicht. Nicht wichtig genug. Also mussten wir warten bis an der Vårdcentral mit Wochenenddienst ein Platz frei war. Abends um halb 8 dann... Wir haben gegen 14 Uhr angerufen!!!
Trotz mehrmaligen Versuchen und Nachfragen, kein früherer Termin erhältlich. Also haben wir daheim gewartet und sind dann abends dort hin. Dort meinte dann die Ärztin, dass man nähen könne, wenn wir wollten... Sie wüsste nur nicht was der Junge dazu sagt... Aha, fragt sie mich das???? Soll ich das entscheiden??? Auf meine Frage was passiert wenn wir nicht nähen und das Tape nicht ausreicht und hält, denn sie hatte auch die SOrge, dass wir das Pflaster nicht trocken halten können und es abfällt. Da meinte sie dann, dass es zum Nähen eigentlich eh schon grenzwertig weil zu spät sei. Aha. Wir durften nicht früher kommen weil es zum Nähen genug Zeit war und die Ärztin meint es sei fast zu spät dazu. Na dann...
Wir haben uns dann dagegen entschieden, die Ärztin war auch sehr unsicher ob das noch gehen würde... Nun, jetzt hoffen wir, dass das Pflaster hällt und die Lippe gut und vor allem schnell verheilt. Allerdings ist das Essen und Trinken nun ein kleines Problem - das Pflaster soll ja trocken bleiben. Immerhin, er war tapfer und hat zum Glück keine Schmerzen mehr. Für uns bleibt der Ärger und die Aufregung und natürlich die Beschwerde die da noch erfolgen wird.

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