Heute waren wir recht spät dran. Wir sind eigentlich rechtzeitig im Kindergarten los. Also Florian und ich. Jochen blieb mit Lilli daheim, er wollte ja noch seine Schwester vom Flugahfen abholen. Florian und ich sind also los mit der Sprinti (seinem Laufrad) und dem Helm dazu. Das war auch gut so, denn es war so vereist unterwegs, dass er zwei mal gefallen ist. Nie schlimm aber wir mussten eben deutlich langsamer laufen also sonst. Unterwegs trafen wir dann noch jemanden aus dem Ort und bis wir dann endlich am Kindergarten waren, war es schon kurz vor halb 10 Uhr. Die Gruppe war schon draussen, nicht auf dem Spielgelände des Kindergartens, sondern auf dem Spielplatz dahinter. Die Kinder hatten alle Matschesachen und Helm auf. Wir sind gleich zu ihnen (nachdem wir auch schnell die Matschesachen drinnen geholt haben) und sahen, dass sie alle mit dem Schlitten einen kleinen Hügel runterrutschen 
Florian wollte das natürlich unbedingt auch machen. Wir sind also zum nächsten Schlitten (pulka auf schwedisch) und den Hügel hoch. Oben merkte unser kleiner Angsthase, dass es höher war als er dachte. Also wollte er nicht mehr. Maria, die eine Erzieherin setzte sich auf den Schlitten und wollte, dass sich Florian auf ihren Schoss setzt, damit er nicht alleine runter muss. Da meinte Florian, dass ich das machen soll. Maria musste lachen als sie mein entsetztes Gesicht sah... Ich? Da runter? Naja, was macht man nicht alles
Es macht ja auch Spaß. Also hab ich mich auf den Schlitten gesetzt, Florian auf meinen Schoss und ab gings. Wir hatten beide Spaß daran und hinterher trauter er sich dann auch alleine runter.
Auf dem Heimweg war dann selbst recht beschwingt, so eine Rutschpartie am Morgen macht eben Freude und weckt die müden Geister.
Mal sehen, wenn es weiter schneit können wir bald auch mal mit der ganzen Familie pulkafahren 
Das höre ich nun fast jeden Tag einmal. Und es geht so:
Lilla snigel akta dig
akta dig
akta dig
lilla snigel akta dig
annars tag jag dig
Ich hoffe ich habs ganz richtig geschrieben...
Heissen tut es jedenfalls in etwa:
Kleine Schnecke pass gut auf
pass gut auf
pass gut auf
kleine Schnecke pass gut auf
sonst fang ich dich.
Florian mag das Lied sehr. Ich muss es wahlweise deutsch und schwedisch singen aber Hauptsache die Schnecke ist drin, muss aufpassen und am Ende wird er gekitzelt. 
Lilli steht mehr auf das Lied mit den kleinen Fröschen die quakquakquak machen. Aber das kann ich leider alleine nicht singen. Dazu brauche ich mal einen Text. Der ist etwas länger und schwieriger als der der Schnecke.
Es gibt auch das Lied mit der Spinne. Überhaupt viele Tiere... aber ich glaube, das war in Deutschland im Kindergarten auch schon so. Manchmal kenn ich sogar die Melodie. Das ist witzig. Diese Lieder lern ich dann viel schneller.
Ach ürbigens, das wusste ich letztens ja nicht. Schmetterling. Ich habe ein kleines Mädchen im Kindergarten danach gefragt. Also ich hab ihr ein Bild gezeigt und gefragt was das ist. Sie sagte es mir und seitdem vergesse ich es nicht mehr. Musste nur mal schauen wie man es schreibt...
Fjäril.
Das Mädchen ist "meine Freundin". Sie macht sich mittlerweile ein Spiel daraus, wenn sie mich sieht, mir neue Dinge zu zeigen. Sie rennt durch den Raum und zeigt auf alles drauf. Manchmal sagt sie absichtlich das Falsche 
Dann meint sie nach kurzer Zeit nej und fängt an zu lachen. Dann sagt sie es richitg. Süüüß. Zum Glück kenne ich da einige Dinge schon. Ich habe mal gefragt ob ich hin und wieder zu Besuch bleiben darf. Mir macht das ja auch Spaß da. Und so lerne ich doch recht viel. Nellie ist sehr geduldig und ich muss keine abstrakten Gespräche mit ihr führen. Und so Dinge wie "was heisst das" oder "hilf mir" oder "komm und zeig es mir", das geht ja recht einfach.
Gestern kam übrigens der Brief. Lilli hat ab Anfang Februar auch einen Platz im Kindergarten. Nach Weihnachten bzw. Neujahr, rufen sie mich wieder an um ein Gespräch darüber zu führen wie das laufen soll. Also erst mal wollen sie natürlich so viel wie möglich über die Kleine wissen. Und sie erklären mir wer sie sind und wie das alles so geht. Grundsätzlihc dürfte es nicht soi viel anders als bei Florian sein, deshalb mache ich mir da keine Sorgen. Ich schätze wir werden dann besprechen wie wir die Eingwöhnung machen und wie lange das dauern soll. Leider wird das im Februar etwas schwer, wir haben da ja schon rech viel Besuch. Aber ich denke das ist sehr wichtig für Lilli. Und ich weiss auch nicht wie flexibel die in der Zeit sind, da fangen viele neue Kinder an. Und bei Florian muss ich ja auch immer drauf achten, dass alles ok ist. Er sollte jetzt noch so wenig wie möglich daheim bleiben. Bis er mal richtig integriert ist jedenfalls. Wenn wir ihn da daheim lassen, erschwert das das Ganze. Aber mal sehen wie das im Februar so aussieht.
Ich freu mich jedenfalls sehr, dass Lilli ihren Platz sicher hat. Das wäre sonst echt schwer. Ich werde nämlich schon ständig gefragt was ich denn arbeite und wann ich denn endlich anfange. Es ist für Schweden unvorstellbar, dass Mütter so lange daheim bleiben wie in Deutschland. Es gibt aber auch genug Betreuungsplätze. Warum sie nicht nutzen???
Florian sagt die ersten schwedischen Wörter. Ich meine von sich aus, ohne Aufforderung. Gestern antwortete er einer Erzieherin auf die Frage was er trinken möchte: "mjölk" also Milch. Und heute morgen zeigte er mir ein Schwein und sagte: "Mama das ist ein schweingris."
Gris ist das schwedische Wort für Schwein. Er scheint sich also doch so langsam die Dinge zu merken. Ich glaube, dass er die ganze Zeit speichert und irgendwann kommts raus.
Lilli sagt immer noch nichts Neues...