Lilli schleppt einen ganzen Zoo mit sich rum. Sie hatte ja schon immer ihren Dede, den Hund. An dem hängt sie ebenso wie Florian am Bär.
Seit Jochen ihr aus Deutschland einen Tiger mitgebracht hat, gehört der auch dazu. Der muss nun ebenso wie der Dede, überall hin. Sehr wichtig. Der Tiger hat auch einen Namen, er heisst "wuaaa". Wenn Lilli also nun traurig ist und Beistand braucht, ruft sie: "Dede, Wuaaa". Beide sind fast gleichwichtig. Sie schläft auch mit beiden im Arm ein.
Siet ein paar Tagen ist nun noch etwas dazu gekommen. Eine Puppe, die die Oma mitgebracht hatte. Die Puppe war in den ersten Tagen nicht so wichtig. Sie hatte mal kurz damit gespielt und sie dann wieder vergessen. Aber seit ein paar Tagen gehört sie nun mit dazu, zum Zoo. Die "Doka" muss ebenfalls mit. Sie ist zwar nicht sooo wichtig wie der Dede und der Wuaaa aber sie muss auch immer mit. Lilli läuft also nun mit drei Dingen im Arm rum. Sie kann sich eigentlich kaum bewegen, aber das spielt keine Rolle. Ohne geht nicht. Sie sieht aber auch so süß aus. 
Florian hat auch seinen Zoo. Der ist sogar größer. Aber wenigstens bleibt sein Zoo im Bett.
Er hat nämlich Bär, Leo, Felix, Bob, 2 kleine Bären, 2 Gespenster (eins blau und eins weiss), diverse Karten, Lukas, ein Krokodil, Eemils Büsse, eine Maus die Geräusche macht, einen Vogel, die Spieluhr und jeden Tag noch was anderes im Bett. Ein Wunder, dass er da noch Platz zum Schlafen hat. Zum Glück gibt es in dem Bett Haken und Regale, da kann man das alles wunderbar verstauen.
Man muss mal was dazu schreiben denn irgendwie glauben ja immer alle, dass unsere Kinder nicht genug zu essen bekommen. Dem ist nicht so!!!
Im Gegenteil, sie essen nur einfach so viel, dass sie eigentlich permanent ausgehungert aussehen. Im Kindergarten sagen sie mir seit Wochen, dass Lilli immer sehr gut isst. Auch aus Florians Gruppe höre ich ähnliche Meldungen. Sie essen im Schnitt mehr als die Meisten in der Gruppe und das obwohl sie morgens schon Brot oder Müsli gefrühstückt haben und um 10 noch Obst im Kindergarten bekommen haben. Essen gibst so gehen halb 12 Uhr. Mittags bzw. Nachmittags um 3 geht dann das Gejammer los, dass sie wieder hungrig sind. Da gibts dann Obst oder wenn was daheim ist, auch mal ein Teilchen (Kanelbulle). Um 6 gibts dann Abendessen und da wird dann nicht mehr ganz so viel gegessen, ausser es gäbe Nudeln mit Sosse... Aber bei der Brotzeit essen sie dann meist nur noch eine halbe Scheibe Brot und natürlich, wenns da ist, Lyoner! Die ist ja auch nicht gerade Fettarm....
Also, sie essen gut. Wo sie das hinstecken ist mir zwar ein Rätselt, denn dick sind sie beide nicht. Die Erzieherin aus Lillis Gruppe meinte, dass es aber kein Wunder sei, dass sie so viel isst, sie würde sich ja ununterbrochen bewegen. Sie wäre so aktiv, dass sie wahrscheinlich einfach so viel Essen braucht. Und das trifft ja auch auf Florian zu.
Wenn sie sich also weiterhin so gerne bewegen und nicht sooo viel Süß bekommen, dann brauche ich mir ja keine Sorgen zu machen (mach ich auch nicht). Aber es musste mal gesagt werden, dass unsere Kinder nicht verhungern, auch wenn sie immer so aussehen... 
Am letzten Freitag stand etwas hier in der Zeitung.
Kindergarten überfüllt. Erzieherinnen aus der Kommune Surahammar beschweren sich, dass sie zu große Gruppen haben und sich dies auf die Qualität der Arbeit auswirkt. Die Gruppen in Surahammar sind größer als die der anderen Kommunen. Es kommen da 5,6 Kinder auf eine Erzieherin. Der Durchschnitt, den die Erzieherinnen sich für sich auch wünschen, beträgt 5 Kinder pro Fachkraft. Am besten kommen die Kinder (und Erzieherinnen) in Hallstahammar weg. Sie haben einen Betreuungsschlüssel von 4,7 Kinder pro Erzieherin.
Unsere Kinder haben Glück, sie gehen ja in der Kommune Västerås in den Kindergarten und da ist der Schlüssel eben 5:1. Bei Florian stimmt das nicht mehr ganz. Eigentlich waren es in der Gruppe 15 Kinder und 3 Erzieherinnen. Aber durch Florian sind es nun 16 Kinder. Ich verstehe nun wieso es Gespräche darüber gab in welche Gruppe er kommen sollte. Denn alle in Frage kommenden Gruppen hatten zu dem Zeitpunkt 15 Kinder und der Betreuungsschlüssel war somit erfüllt. Florian hat ihn in seiner Gruppe auf 5,3:1 erhöht. Lilli hat dagegen ein gerade traumhaftes Verhältnis. Bei ihr kamen in der Eingewöhnungsphase 3 Kinder auf 2 Erzieherinnne. Das lag allerdings daran, dass die Gruppe neu eröffnet wurde. Heute sind es schon 4 kinder auf 2. Wenn die Gruppe voll ist, werden es 12 Kinder und 3 Erzieherinnen sein. Also auch ein sehr schönes Verhältnis.
Von den Kindergärten die ich aus Deutschland kenne wusste ich, dass es da fast immer mehr Kinder sind. Da habe ich mal geforscht....
Es gibt für sowas ja Gesetze
Allerdings gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Zumindest habe ich keine gefunden.
In Brandenburg ist es so, dass auf 0,8 Erzieherinnen jeweils 13 Kinder kommen dürfen (ab 3 Jahre). Unter drei sind es 0,8:7 und im Grundschulalter dürfen es gar 0,6:15 sein. In Sachsen-Anhalt ist der Personalschlüssel wie folgt: Kindergarten - 1:13, Krippe - 1:6, Hort - 1:25
Es gibt zwar auch Regelungen die besagen, dass immer 2 Fachkräfte gleichzeitig anwesend sein müssen aber dadurch erhöht sich ja gleichzeitig auch die Gruppengröße. So ist es auf einmal verständlich, dass es mancherorts Gruppen gibt, in denen 30 Kinder und 2 -3 Erzieherinnen sind.
Auch wenn hier also öffentlich darum gestritten wird in manchen Gemeinden die Gruppengrößen zu senken, wir haben geradezu paradiesische Zustände für unsere Kinder was die Gruppengröße und den Betreuungsschlüssel angeht.
Und in der Einrichtung in der unsere Kinder sind, stimmt auch alles andere 
Seit dieser Woche geht Lilli zum Kindergarten in Schweden.
Zu Beginn als wir hier angefragt hatten, sah es ja nicht so aus als würden wir so schnell einen Platz bekommen. Der Ort hier hat zu viele Kinder 
Aber er hat auch ebenso viele engagierte Menschen, die viel dafür arbeiten, dass die Kinder eine gute Betreuung bekommen. So hat der Nachbarschaftshilfeverein, der hier ein Altenheim, die Kindergärten und noch vieles mehr unterhält, beschlossen eine neue Gruppe zu eröffnen. Es dauerte ein klein wenig da sie umorganisieren mussten. Aber seit dieser Woche ist die neue Gruppe eröffnet. Für uns ist das perfekt. Lilli geht in das gleiche Gebäude wie Florian, das ist nicht selbstverständlich, der Kindergarten ist riesig. In ihrer Gruppe werden bis Ende April 12 Kinder und drei erzieherinnen sein. Sie hat nächste und diese Woche Eingewöhnung. Da sind drei Kinder da und zwei Erzieherinnen. Und in den nächsten Wochen kommen immer mal wieder neue Kinder dazu. Für die drei die mit der Eingwöhnung anfangen ist das richtig schön. Sie haben den Raum und die Erzieherinnen ganz für sich.
Wir Eltern (zwei Mammas und ein Pappa) sitzen am Tisch und lesen Zeitung. Die Kinder spielen 
Bisher waren wir jeden Tag für eine Stunde da. Lilli hat das sehr gut gefallen. Besonders mag sie es wenn sie sich in die Kuschelecke setzen und gemeinsam singen. Aber sie ist auch ein ganz schöner Clown. Sie liebt es, sich in die Kuschelecke zu werfen und ganz laut zu lachen. So, dass alle anderen auch lachen müssen. Dann springt sie wie verrückt rum und albert rum. Sie versucht auch schon mal auszutesten wie die Erzieherinnen so sind. Es gibt die klare Regel, dass keine Spielsachen in die Kuschelecke dürfen. Lilli versucht es jeden Tag wieder. An ihrem Blick dabei kann man sehen, dass sie nur darauf wartet, dass eine der Frauen kommt und ihr die Spielsachen wegnimmt. Sie ist dann auch nie böse, was ja eigentlich ungewöhnlich ist. Sie weiss anscheinend ganz genau, dass sie es nicht darf.
Die Kinder wissen nun auch schon, dass es nach einer halben Stunde immer Obst gibt. Sie laufen schon zur Tür und wollen in die Küche um das Obst zu holen
Für uns Eltern ist das aber auch ein schöner Moment, da bekommen wir unseren Kaffee.
Nächste Woche fangen wir am Dienstag damit an, die Kinder mal kurz alleine zu lassen. Montag soll noch unverändet wie diese WOche laufen. Ab Dienstag fangen wir an und steigern das. Übernächste Woche sollen die Kinder eigentlich dann alleine da bleiben, ab 9 Uhr und da essen und schlafen.
Das Schöne ist, dass sie da auf alles gerichtet sind und sich wirklich auf die Kinder und deren Bedürfnisse einlassen können. Der Schlafraum ist richtig süß. Sowas kenne ich so gar nicht. Ich kenne das nur mit ganz vielen Betten in einem Zimmer. Hier liegen einfach viele bezogene Mattratzen auf dem Boden. Und Kuschelkissen. Das sieht sooo süß und gemütlich aus. Auch die Kuschelecke, da könnte ich auch drin schlafen
Ich freu mich auf nächste WOche und hoffe, dass Lilli dann noch genauso viel Spaß hat wie in ihrer ersten Woche.
Florian hat übrigens ein Problem damit... er weiss, dass ich im Haus bin und nicht mehr sofort heim gehe. Und seitdem weint er beim Abschied. Ich hoffe, dass das auch bald wieder besser wird, wenn er merkt, dass ich auch nicht mehr bei Lilli bleibe und sie auch alleine ist. Ich denke er ist eifersüchtig, dass ich bei ihr bleibe und ihn alleine lasse... Schön ist das nicht aber ich merke ja, dass er seinen Spaß hat und gerne spielt. Mittags will er fast nie heim und ich muss ihn überreden und rausschleppen 