Am nächsten Samstag findet in Västerås in der medborgarskolan das erste Frauenfrühstück von heraros.net statt. Dörte und ich haben heraros.net gegründet weil wir der Meinung sind, dass so etwas hier noch fehlt. Ein Netzwerk von Frauen, für Frauen. Hier angekommen ist man/frau motiviert sich so schnell wie möglich in die schwedische Gesellschaft zu integrieren und natürlich neue schwedische Freundinnen zu finden. Das geht alles, ist aber oft recht mühsam und zeitintensiv. Mehr als von daheim bekannt und mehr als erwartet. Vielleicht liegt es an der Kultur, vielleicht an der Sprache. Jedenfalls ist es hin und wieder nett und entspannend sich einfach nur auf deutsch unterhalten zu können. Ausserdem merkt frau hier schnell, dass Freundinnen eben doch nicht so einfach ersetzbar sind und Familie und Freundeskreis eben doch sehr fehlen. Einfach mal schnell zum Kaffee fahren und über den Alltagsärger reden? Geht nicht. Mal schnell um Hilfe beim Babysitten oder Haushüten bitten, geht nicht. All das geht natürlich auch mit Schweden. Oft zeigt sich aber, dass es eben doch nicht so geht, länger braucht und nicht die gleiche Qualität hat. Manche finden es nie ander haben Glück und finden es schneller. Wir haben ja riesen Glück und kennen viele Schweden mit denen wir solche Dinge machen können. Trotzdem fehlt mir so ein Kaffeeklatschkreis. Einfach beisammen sein und reden. Sich gegenseitig austauschen und helfen. Das kann niemand ersetzen, auch nicht die vielen Besuche, denn hier geht es um den Alltag.
Da ich ja nicht alleine bin haben wir nun beschlossen uns zusammen zu tun und ein solches Netzwerk zu gründen. Wie gesagt, am Samstag ist unser erstes Treffen mit anderen Frauen, denn bisher haben nur wir Gründerinnen überlegt was wir so wollen. Nun wird es Zeit zu schauen wie die Resonanz so ist.
Wer Interesse hat, sich unsere Seite mal anzuschauen, kann das gerne tun. Vielleicht können wir langfristig auch Frauen helfen und einen Anlaufpunkt bieten, wenn sie mit ihrer Familie ebenfalls in unsere Ecke Schwedens kommen.
Gestern war Halloween. Aus Deutschland kennt man das ja nicht so sehr - obwohl es da ja auch immer bekannter wird, dank Fernsehn. Hier in Schweden ist es eigentlich auch nicht so bekannt aber schon etwas mehr. Zumindest wird es teilweise auch in den Kindergärten und Schulen gefeiert. Aber auch hier dürfte der Brauch aus den USA übnernommen worden sein.
Wir haben ja in unserem Freundeskreis hier eine liebe amerikansich-schwedische Familie, die uns auf den Halloween-Geschmack gebracht hat. Letztes Jahr hatten sie ein Fest mit ein paar Familien veranstaltet und auch in diesem Jahr haben wir das wieder getan. Es scheint wir haben eine eigene kleine Dorftradition begründet. Jedenfalls war es gestern so weit und wir trafen uns mit lauter netten Leuten. Fast alle waren verkleidet und vor allem die Kinder hatten einen riesen Spass. Es gab Spiele, Essen, Musik und am Ende noch einen Film. Es war schon ein wenig gruselig, das gehört schliesslich dazu. Aber wirklich arg war es dann doch nicht. Es kamen ja auch nur Familien und da achtet man auf so was schon eher. Der Raum war aber auch echt schön geschmückt. Es hingen Spinnweben von der Decke, Kürbisse, Kerzen, Luftballons.. das ganze Programm. Die Kürbisse hatten wir sogar mit Freunden gemeinsam gemacht. Wir haben mit den Kindern die Kürbisse ausgehölt und Gesichter reingeschnitzt. Das war lustig und eine schöne Vorbereitung auf den gestrigen Arbend.
Gestern haben wir dann lustige Spiele gemacht. Äpfel mit dem Mund aus einem Wassereimer fischen, Die Reise nach Jerusalem und unsere Freunde hatten zwei echte Pinatas gebastelt. Die sahen aus wie Kürbisse und hingen von der Decke. Nun müssen die Kinder so lange darauf hauen (mit Holzschwertern oder so), bis sie aufspringen und die darin verborgenen Süssigkeiten alle zu Boden fallen. Das ist natürlich ein Riesenspass für die Kinder.
Danach gab es dann, wie gesagt noch einen kleinen Halloweenfilm. Keine Angst, es war dann doch nicht das "Texas Kettensägen-Massaker". Es war ein Donald Duck und ein Charlie Brown mit Halloween als Thema. Danach war es dann schon 21 Uhr und die Kinder waren unendlich müde. Das Fest war dann damit auch schon wieder vorbei und ein riesen Erfolg. Nächstes Jahr werden wir das sicher wieder machen. Wie gesagt, eine Tradition wurde geboren.
Gestern waren wir in Stockholm im Globen und haben uns eine gigantische Show angeschaut. Wer kürzlich "Wetten Dass..." gesehen hat, hat sie schon sehen können, denn sie kommen auch nach Deutschland. In einer 2 stündigen Show sieht man "echte" Dinosaurier herumlaufen und miteinander agieren. Es ist unglaublich, wie echt die aussehen. Wir waren wirklich beeindruckt.
Nachdem die Kinder im Mai ja schon im Gondwana Park im Saarland waren, waren sie nun natürlich ganz Feuer und Flamme. Und diese Dinosaurier haben sich ja auch wie echte verhalten. Durch die Show führte ein Erzähler. Er lief die ganze Zeit durch die Tiere und erzählte von ihnen. Wir konnten sehen, wie kleine Dinos aus Eiern schlüpften, wie sich die Dinosaurier über die Jahrmillionen weiterentwickelt haben, welche Ereignisse in der Zeit passierten, Kämpfe zwischen Dinosauriern, Flugsaurier, und vieles mehr. Irgendwann hat man vergessen, daß die Tiere nicht echt sind, so unglaublich authentisch haben sie ausgesehen.
Wir hatten vorher schon Bedenken, daß es zuviel für unsere Kinder ist, aber wir saßen weit genug weg, damit die Kinder nicht realisieren konnten, wie riesig die Viecher sind. Die Dinosaurier sind auch nicht gefährlich oder arg aggressiv erschienen, selbst der Tyrannosaurus Rex sah zwar entsprechend gefährlich aus, aber ein Gemetzel auf der Bühne ist ausgeblieben. Alles in allem ist es absolut zu empfehlen, "Walking with Dinosaurs" anzuschauen, die sind von Dezember bis März in Deutschland unterwegs. Auch mit kleinen Kindern geht das. Nur eins sollte man bedenken, die Show ist laut - also ist für Kinder evtl. ein Gehörschutz zu empfehlen.
Am Montag bin ich mal wieder nach Deutschland geflogen, eine eintägiger Geschäftsreise nach Nürnberg, geflogen bin ich allerdings nach Frankfurt. Schon lange war der Kontrast zwischen Schweden und Deutschland nicht mehr so groß wie bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen. Zugegeben, im Unterschied zu dem zwar auch sehr großen aber dennoch gemütlichen Stockholmer Flughafen Arlanda ist Frankfurt einfach eine oder zwei Klassen größer, aber man merkt trotzdem in den vielen kleinen Sachen, daß man nicht mehr im schwach bevölkerten Skandinavien ist sondern im dichten Kern des deutschen Fernverkehrs. Ich sollte planmäßig um 19 Uhr landen, und wollte den Zug nach Limburg um 19:23 erreichen. Gewagt, aber möglich, zudem der Flieger eine viertel Stunde früher da war, eigentlich durchaus machbar. Allerdings habe ich dann eine dreiviertel Stunde auf meine Tasche gewartet (und bevor jemand fragt, ja, ich hatte eine Tasche aufgegeben, für die obligatorischen Einkäufe in Deutschland und zum Transport eine Päckchens, daß ich wegen des großen Porto-Unterschiedes im Gepäck mitnehmen und am Frankfurter Flughafen aufgebe).
Dummerweise hat dann jemand seinen Koffer mitten im Flughafen stehen lassen, was dann dazu führte, daß der gesamte Kernbereich des Flughafens gesperrt wurde.
Lustig zu sehen waren auch die Paare, die dann vom Flughafen zum Bahnhof unterwegs waren. Das übliche Bild: er voraus, zeternd, daß der Zug gleich abfährt und sie ihn um den Verstand, den Blutdruck oder noch ums Leben brächte. Sie hinterher, zügig, aber doch ruhig, mit dem Kommentar, der Zug fahre doch erst in einer viertel Stunde. Drei (ja, drei) solche Paare sind mir auf dem Weg aufgefallen.
Dann hab ich mich in die AIRail-Abteilung gesetzt. Ich weiß immernoch nicht was das ist, aber es war da wärmer als in der Wartehalle der Lounge. Das hab ich ja auch noch nicht verstanden, die Bahn gibt so an mit ihrem Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen, aber der ist genauso kalt, ungemütlich, kaputt und heruntergekommen wie die meisten Bahnhöfe. Gut, es sind, wie schon erwähnt, viele Leute hier unterwegs, aber dennoch, es muss ja nicht alles kaputt da rumstehen. Die Tickets der Bahn sind ja teuer genug, ich selbst habe der Bahn für die zwei Tage über 170 Euro gezahlt. Da kann man doch mal ne Glühbirne austauschen und eine Anschlagtafel reparieren...
Immerhin hatte ich danach einen schönen Abend bei Markus und Simone, vielen vielen Dank dafür.
Die Bahnfahrt und der Rückflug am Dienstag waren dann entspannt und haben sich wieder viel entspannter angefühlt.