Überall wird ja gerade von und über die Schweinegrippe geredet. Und geimpft wird auch fast überall. In Deutschland denkt man schon an Panikmache und Hysterie und wir wurden auch schon gefragt wie das in Schweden so ist. Nun, noch schlimmer. Wir haben das Gefühl, dass in Schweden das Impfen fast so zur Bürgerpflicht gehört wie die Teilnahme an der Wahl, eher sogar mehr. Da sich so viele Schweden impfen lassen, wird Schweden nun auch gelobt für seinen Umgang mit der neuen Influenza. Fast die Hälfte aller Schweden ist geimpft und im europäischen Vergleich ist Schweden damit führend. Mir kommt es so vor als sei hier fast jeder Teil einer Risikogruppe. Schwangere (ich habe gehört, dass sich fast 60% der Schwangeren hier impfen lassen, weiss nicht ob das stimmt), Kinder, Alte, chronisch kranke... Wer nicht zu einer Risikogruppe gehört geht trotzdem impfen, damit man niemanden anstecken kann... Aus Solidarität. Ich weiss nicht ob wir das richtig entscheiden aber zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir uns und die Kinder nicht impfen lassen. Nicht weil wir grundsätzlich gegen impfen seien sondern weil wir das Gefühl haben, dass hier ganz schön übertrieben wird. Sicher, die Grippe ist gefährlich. Aber die gewöhnliche Grippe ist es doch auch und da wird deutlich weniger Panik gemacht. Wie gesagt, ich bin kein Experte... Trotzdem, gerade wenn ich schwanger wäre, hätte ich ein ungutes Gefühl dabei mich mit einem nicht wirklich gut getesteten Impfstoff impfen zu lassen, der zudem noch die Impfbeschleuniger beinhaltet, die teils sehr umstritten sind. In Schweden gibt es nur diesen einen Impfstoff. Etwas unsolidarisch können wir natürlich davon profitieren, dass sich um uns alle anderen impfen lassen...
Alles grün...
ja, die Webseite ist auf einen neuen Server umgezogen. Der verbraucht deutlich weniger Strom, ist flotter, etwas billiger und viel schöner. 
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Gestern hatte Jochen im Kindergarten das Entwicklungsgespräch für Lilli. Es war, wie zu erwarten sehr positiv. Unsere Tochter ist stur wie ne Ziege aber sonst ist alles toll - das war in etwa das Ergebnis des Gespräches. Sie mögen sie und finden, dass sie sich toll entwickelt. Sie macht alles mit, ausser wenn sie grade nicht mag
. Ihr Sprachvermögen ist auf dem Stand der anderen Kinder und die Erzieherinnen hören auch keinen Akzent. Sprachlich ist Lilli also nicht von einem schwedischen Kind zu unterscheiden. Toll, dass das so gut klappt bei ihr. Sie war aber ja auch wirklich noch klein als wir hier ankamen. Bei ihrem Bruder wird das noch ein wenig anders sein, er war einfach schon älter und hat daher mehr Schwierigkeiten. Ich konnte gestern an dem Gespräch leider nicht teilnehmen, ich lag daheim und war krank. Irgendwie hab ich mir den Magen verdorben oder mir einen Infekt eingehandelt. jedenfalls hab ich gestern den ganzen Tag gelitten und auch heute bin ich noch nicht ganz wieder hergestellt. Aber immerhin, ich sitze am Pc und arbeite ein wenig. Mein Schwedischkurs fordert mich. Bis morgen muss ich den 2. Auftrag abgeschickt haben und mir fehlt da noch eine Textanalyse. Eine Gedichtanalyse musste ich da auch schon schreiben. Irgendwie war der 2. Auftrag doch etwas schwerer als der Erste.
Ich kann es ja mal niederschreiben und versuchsweise übersetzen. Es gehört eindeutig nicht zu meinen Lieblingsgedichten und ich habe Schwierigkeiten dem Autor zuzustimmen. Sooo schön finde ich den November gerade nicht... Schaut selber: Erst auf schwedisch und dann hoffentlich auch auf deutsch:
| Jag älskar dimman som släpar våt | Ich liebe den Nebel der Wasser lässt
| över kajer och torg i natten
| über den Kais und dem Markt in der Nacht
| och lycktornas ögon, röda av gråt,
| und der Lampen Augen, rot vor Heulen,
| och lukten från gatan och visslans låt
| und den Geruch und des Flüsterns Laut
| från en spöklikt skymtande båt
| von einem gespenstig einscheinenden Boot
| ute på Mälarns vatten.
| draussen auf dem Wasser des Mälaren.
|
|
| Jag älskar novemberdagens grå
| Ich liebe das Grau der Novembertage
| förtvivlan och grändernas fasa,
| die Verzweiflung und der Strassen Horror,
| fabrikernas hjärtan som bulta och slå
| das Herz der Fabriken das donnert und schlägt
| och droskan som rullar och löven som gå
| und die Wagen die rollen und Laub das geht
| i dans och kring en bänk i en vrå
| im Tanz um eine Bank in einer Ecke (Winkel)
| med en ensam människotrasa.
| mit einer einsamen Menschenseele. | |
Literarisch hat es wohl nicht mehr ganz den gleichen Klang und an die Reime hab ich mich gar nicht erst gemacht. Aber der Inhalt sollte so weit stimmen. Wenn jemand Fehler entdeckt oder Anmerkungen hat, freue ich mich über Kommentare.
Jedenfalls sollte ich zu diesem Gedicht eine Analyse schreiben. WIe gesagt, ich habe gerade mehr Probleme mit dem Grau der Novembertage und bin von daher eher anderer Meinung als Bergman.
Aber je öfter ich es lese, desto besser gefällt es mir tatsächlich...
Mein Schwedischkurs ist in vollem Gange und ich komme kaum hinterher. Dabei habe ich ihn extra nur auf 25% angemeldet. Das heisst, dass ich in 25% der normalen Wochenarbeitszeit den Kurs machen soll. Weniger geht kaum aber das ist schon eine Menge mit Arbeit, Kindern und Haushalt. Jedenfalls muss ich mich ganz schön anstrengen... Bisher fiel mir das Schwedische eher so zu und jetzt muss ich so richtig arbeiten... Wie in der Schule. Der Kurs entspricht dem was schwedische Schüler so in der Oberstufe machen und befähigt am Ende dazu zu studieren. Das heisst es ist Abitursniveau und das merke ich. Nicht nur, dass ich neue Vokabeln lerne und Grammatik pauke. Oder wie im letzten Kurs mal ein Buch lesen und darüber referieren... nein, hier muss ich 2 Bücher lesen und Aufsätze schreiben. Dazu dann wöchentlich mal ein kleines Referat hier und eine kleine Gedichtsanalysa da. Zum Glück hatte ich Deutsch-LK. An der, immer schlechter werdenden (ich geb der schwedischen Sprache die Schuld) Rechtschreibung kann man es eher nicht sehen aber ich war mal sehr gut in Deutsch und vor allem das Schreiben von Texten fand ich immer leicht. Von daher fällt es mir natürlich auch leichter das auf schwedisch zu machen. Trotzdem war ich ein wenig geschockt als es im letzten Auftag hiess: Schreibe kurz über die Aufklärung. Aufklärung? Ja ja, da war mal was. Es hat vor allem erst mal eine Weile gedauert bis ich den schwedischen Begriff erkannte. Ich starrte 5 Minuten lang das Wort an und fragte mich was die von mir wollen. Worüber soll ich schreiben? Dann... ah, Aufklärung. Und dann... oh mein Gott, was wollen die??? Da kann man alles und nichts drüber schreiben. Angefangen von Kant, der französischen Revolution bis hin zur industriellen Revolution in England. Na ja und bei Schweden war ich dann noch nicht. Ach ja, Schweden. Wer war hier eigentlich Vertreter der Aufklärung? Oj oj. Keine Ahnung. In der Zwischenzeit habe ich mich etwas schlauer gemacht. Eine Übersetzung von dem berühmtestem Kant-Zitat über die Aufklärung war leider nicht zu finden. Schade, denn der Auspruch Kants sagt eigentlich alles aus... Nun muss ich also im Wörterbuch nach Wörtern wie selbstverschuldet und Unmündigkeit suchen. Und sie auch noch schön in einen verständlichen Satz bringen, logisch
Alles halb so wild
Dauert eben nur etwas länger als wenn ich das in Deutschland hätte machen müssen. Der Kurs verlangt mir aber doch etwas mehr ab als ich gehofft hatte... Nun, dafür lerne ich auch etwas und kann es am Ende hoffentlich. Was Aufklärung in Schweden heisst und dass Linne nicht nur Botaniker war, weiss ich jetzt schon.