Walking with Dinosaurs

Gestern waren wir in Stockholm im Globen und haben uns eine gigantische Show angeschaut. Wer kürzlich "Wetten Dass..." gesehen hat, hat sie schon sehen können, denn sie kommen auch nach Deutschland. In einer 2 stündigen Show sieht man "echte" Dinosaurier herumlaufen und miteinander agieren. Es ist unglaublich, wie echt die aussehen. Wir waren wirklich beeindruckt.
Nachdem die Kinder im Mai ja schon im Gondwana Park im Saarland waren, waren sie nun natürlich ganz Feuer und Flamme. Und diese Dinosaurier haben sich ja auch wie echte verhalten. Durch die Show führte ein Erzähler. Er lief die ganze Zeit durch die Tiere und erzählte von ihnen. Wir konnten sehen, wie kleine Dinos aus Eiern schlüpften, wie sich die Dinosaurier über die Jahrmillionen weiterentwickelt haben, welche Ereignisse in der Zeit passierten, Kämpfe zwischen Dinosauriern, Flugsaurier, und vieles mehr. Irgendwann hat man vergessen, daß die Tiere nicht echt sind, so unglaublich authentisch haben sie ausgesehen.
Wir hatten vorher schon Bedenken, daß es zuviel für unsere Kinder ist, aber wir saßen weit genug weg, damit die Kinder nicht realisieren konnten, wie riesig die Viecher sind. Die Dinosaurier sind auch nicht gefährlich oder arg aggressiv erschienen, selbst der Tyrannosaurus Rex sah zwar entsprechend gefährlich aus, aber ein Gemetzel auf der Bühne ist ausgeblieben. Alles in allem ist es absolut zu empfehlen, "Walking with Dinosaurs" anzuschauen, die sind von Dezember bis März in Deutschland unterwegs. Auch mit kleinen Kindern geht das. Nur eins sollte man bedenken, die Show ist laut - also ist für Kinder evtl. ein Gehörschutz zu empfehlen.

ein deutlicher Kontrast

Am Montag bin ich mal wieder nach Deutschland geflogen, eine eintägiger Geschäftsreise nach Nürnberg, geflogen bin ich allerdings nach Frankfurt. Schon lange war der Kontrast zwischen Schweden und Deutschland nicht mehr so groß wie bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen. Zugegeben, im Unterschied zu dem zwar auch sehr großen aber dennoch gemütlichen Stockholmer Flughafen Arlanda ist Frankfurt einfach eine oder zwei Klassen größer, aber man merkt trotzdem in den vielen kleinen Sachen, daß man nicht mehr im schwach bevölkerten Skandinavien ist sondern im dichten Kern des deutschen Fernverkehrs. Ich sollte planmäßig um 19 Uhr landen, und wollte den Zug nach Limburg um 19:23 erreichen. Gewagt, aber möglich, zudem der Flieger eine viertel Stunde früher da war, eigentlich durchaus machbar. Allerdings habe ich dann eine dreiviertel Stunde auf meine Tasche gewartet (und bevor jemand fragt, ja, ich hatte eine Tasche aufgegeben, für die obligatorischen Einkäufe in Deutschland und zum Transport eine Päckchens, daß ich wegen des großen Porto-Unterschiedes im Gepäck mitnehmen und am Frankfurter Flughafen aufgebe).

Dummerweise hat dann jemand seinen Koffer mitten im Flughafen stehen lassen, was dann dazu führte, daß der gesamte Kernbereich des Flughafens gesperrt wurde.

Lustig zu sehen waren auch die Paare, die dann vom Flughafen zum Bahnhof unterwegs waren. Das übliche Bild: er voraus, zeternd, daß der Zug gleich abfährt und sie ihn um den Verstand, den Blutdruck oder noch ums Leben brächte. Sie hinterher, zügig, aber doch ruhig, mit dem Kommentar, der Zug fahre doch erst in einer viertel Stunde. Drei (ja, drei) solche Paare sind mir auf dem Weg aufgefallen.

Dann hab ich mich in die AIRail-Abteilung gesetzt. Ich weiß immernoch nicht was das ist, aber es war da wärmer als in der Wartehalle der Lounge. Das hab ich ja auch noch nicht verstanden, die Bahn gibt so an mit ihrem Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen, aber der ist genauso kalt, ungemütlich, kaputt und heruntergekommen wie die meisten Bahnhöfe. Gut, es sind, wie schon erwähnt, viele Leute hier unterwegs, aber dennoch, es muss ja nicht alles kaputt da rumstehen. Die Tickets der Bahn sind ja teuer genug, ich selbst habe der Bahn für die zwei Tage über 170 Euro gezahlt. Da kann man doch mal ne Glühbirne austauschen und eine Anschlagtafel reparieren...

Immerhin hatte ich danach einen schönen Abend bei Markus und Simone, vielen vielen Dank dafür.

Die Bahnfahrt und der Rückflug am Dienstag waren dann entspannt und haben sich wieder viel entspannter angefühlt.

Peinlich peinlich

In Deutschland hat man sich nach der Bundestagswahl und den ersten Interviews im Fernsehn ja schon zur Genüge über den peinlichen Auftritt von Herrn Westerwelle aufgeregt. Auch wir haben gelacht und fanden den Auftritt peinlich. Nun aber ist er mir noch einmal mehr peinlich geworden. Ich habe nämlich gemerkt wie sehr auch das Ausland sich darüber auslässt. Nicht nur in den Zeitungen und Radio. Da konnte man natürlich überall lesen und hören wie peinlich das war und wie ungebildet und eingebildet man die Deutschen nach diesem Auftritt hält. Jetzt habe ich es auch schon bei Menschen in meinem Umfeld gemerkt. In meinem Französischkurs redeten wir über die Franzosen und darüber wie sehr sie die Versuche von Ausländern honorieren, die französisch sprechen wollen. Plötzlich sagte eine: Hier wird nur schwedisch geredet. Alle lachten und machten sich über den deutschen Politiker lustig, der ja auch nur deutsch reden will. Ich weiss, dass das nicht auf mich gemünzt war und in diesem Moment niemand daran dachte, dass ich ja Deutsche bin. Trotzdem fand ich es peinlich. Die Schweden glauben eh schon, dass man in Deutschland generell kaum englisch spricht und wenn oft schlecht. Dass es dann auch noch von einer öffentlichen Person so trotzig dargestellt wird, bestätigt sie nur noch mehr in dem Glauben.
Schade eigentlich, dass er dieses Interview nicht vor der Wahl gegeben hat.

Arbeit, Kinder, Haushalt und die Schweden

Es gibt so Tage, da frage ich mich wieso ich neben meiner Haupttätigkeit als Mutter noch andere Jobs habe. Eigentlich reicht es und eigentlich ist es leichter noch drei weitere Jobs zu machen und drei neue Sprachen zu lernen als die Kinder kindergartenfertig zu machen und nichts zu vergessen was so auf der laaaangen Liste "zu erledigen" steht. Dsa Haus ist Dauerchaotisch und eine Putzfrau wäre mein Traum der Glückseligkeit. Naja, es ist nicht immer Chaotisch und ich schaffe es auch immer wieder Ordnung zu halten. Trotzdem, es gibt Tage da frage ich mich wie. Zumal ich ja eben noch meine Arbeiten habe und aus lauter Langeweile auch noch französisch lerne (selber schuld) und nun fragte mich noch eine Schwedin ob ich ihr Einzelunterricht geben würde...
Heute morgen war jedenfalls wieder so ein ein Morgen. Ich kam im Büro an und war eigentlich schon fertig für den Tag. Jedenfalls fühlte es sich so an als sei mein Tageswerk bereits getan. Na ja ich bin heute auch schwer aus dem Bett gekommen und deshalb besonders empfindlich heute.. Es war alles in allem nichts wildes, ich habe schlimmere (ereignissreichere) Tage aber heute bin ich nicht fitt.
Jedenfalls musste heute alles ganz schnell gehen. Kinder fertig machen, frühstücken und los. Jochen ist mit Florian los und hat dabei die Hälfte vergessen. Fahrrad (das Florian heute mittag braucht) und noch Kleider (die er auch heute noch braucht). Als ich dann mit Lilli los wollte und das merkte, bin ich also doch noch einmal bei Florian vorbei und habe ihm alles gebracht. Dann zu Lilli. Mist der Tank ist leer... Bei Lilli lief es dann super und ich konnte recht schnell weiter. Zum Glück hatte ich schon daheim daran gedacht ihr die Matschesachen anzuziehen und sogar noch Handschuhe gefunden. Die waren noch vom letzten Jahr eingelagert...
Ach ja schnell noch eine Maschine Wäsche starten und schon mal die Sachen für den Apelpaj zurechtlegen. Den mache ich nämlich heute mittag noch. Dann los und das Tanken nicht vergessen.
Zugegeben, das war eigentlich alles nicht sooo wild, wir haben oft stressigere Tage und ich muss an mehr denken. Heute aber hat es mir gereicht. Bin echt noch müde. Und auch wenn ich dann gleich hier im Büro arbeite, denke ich schon wieder daran, dass ich später noch in die Schule, zur nächsten Arbeit muss und danach schnell heim um den Paj zu machen. Gestern habe ich extra lange gearbeitet. Schande, die Kinder waren dafür auch extra lange im Kindergarten. Aber nur weil ich heute besonders früh schluss machen will und sie abholen will. Bzw. nur Lilli. Florian geht mit seinem Freund mit. Lilli und ich machen uns einen schönen Nachmittag mit den Nachbarn und dafür brauchen wir noch den Paj.
Jetzt sitze ich also mit meinem Kaffe im Büro und werde auch gleich arbeiten Smiling
Bei Arbeit fällt mir aber doch gleich was ein:
Gestern kam ich, nachdem ich daheim noch den Haushalt geschmissen habe und ein wenig andere Arbeit vorbereitet habe (Deutschkurs und Hausaufgaben für fanzösisch) spät ins Büro. Da sah ich dann, dass jemand in meinem Büro sitzt. Da es schon Mittagszeit war, war die Person beim Essen aber ich sah ja Jacke und Laptop und so. Hm, wer mag da auf meinem Platz sitzen? Ich weiss, dass immer mal Kollegen von anderen Niederlassungen zu Besuch sind und sich einfach in ein leeres Büro setzen. Irgendwo müssen sie ja arbeiten. Also hab ich mich nach oben in ein leeres Büro verzogen. Später wurde mir dann klar wer da mein Büro in Beschlag genommen hatte. Unser oberster Chef. In seinem Büro ist nämlich derzeit der Praktikant untergebracht!!! Statt, dass der Praktikant umziehen muss, sucht sich also ChefChef einen anderen Arbeitsplatz. Das ist Schweden! Später kam er dann im Flur auf mich zu und fragte ob das mein Büro sei und fragte ob er wieder ausziehen solle. Wenn ich woanders nicht arbeiten könnte wäre das kein Problem. Aber das war dann ja doch nicht nötig. Ich kann ja überall arbeiten, so lange ich Strrom und Netzwerk habe. Aber es hat mich wieder einmal erstaunt wie locker die Schweden mit so etwas sind. Er hätte, zumindest in Deutschland in der Position nicht darum bitten müssen in meinem Büro bleiben zu dürfen mal abgesehen davon, dass man in Deutschland vermutlich keinen Praktikanten beim obersten Chef ins Zimmer setzen würde.
Er ist aber ja auch nur alle paar Wochen mal hier in der Niederlassung und von daher wäre es ja auch Verschwednung das Büro immer leer zu lassen.
Heute jedenfalls darf ich wieder auf meinem Platz arbeiten Smiling

Nachtfrost

Hui, es wird wohl mal wieder Zeit was zu berichten. Die Zeit verfliegt...
Heute morgen schau ich aus dem Fenster und was ist das? Die Wiese ist ganz weiss. Ja... Raureif/Nachtfrost. Zum Glück noch kein Schnee, sonst würde ich jetzt echt schon die Krise bekommen, immerhin ist ja erst Oktober. Es ist halt aber doch schon spät im Jahr, der sommer ist vorbei, wir mitten im Herbst drin.
Es ist nun schon so kalt nachts, dass es mancherorts friert und man morgens die Reste davon auf den Wiesen sieht. Natürlich ist das bis wir draussen sind alles schon getaut und nur noch etwas Raureif. Aber es wird empfindlich kalt. Die Kinder laufen nun auch schon mit Handschuhen rum und bald ist es wieder Zeit für gefütterte Schuhe. Immerhin gehen sie immer noch jeden Tag nach draussen und Lillis Gruppe ist sogar morgens um halb neun schon draussen und da ist es echt noch sehr kalt.
Den Kindern macht es nichts, sie spielen trotzdem im Matsch und freuen sich.
Für mich oder für uns ist das alles ein Zeichen, dass wir nun langsam den Garten winterfest machen müssen. Das heisst erst mal die Äpfel ernten und die Bäume teils schon schneiden. Den ganzen verblühten Kram aus den Beeten und die Sommerspielsachen einlagern. Linus* Stall muss nun auch auf die Veranda damit ihm nachts nicht so der Nordwind um die Ohren bläst. Der Arme...
Am Wochenende wollen wir, so das Wetter es zulässt ein kleines Herbstfest machen. Wir laden eine befreundete Familie ein und wollen Zwiebelkuchen machen und etwas im Garten "arbeiten". Es geht eigentlich mehr um den Spass zusammen als um die Arbeit Smiling
Leider bekommt man hier vermutlihc keinen neuen Wein, was ich sehr sehr schade finde. So was fehlt mir hier echt und ich verliere auch ein wenig das Zeitgefühl für solche Sachen. In Deutschland wusste man genau wann Zwiebelkuchenzeit ist und wann der neue Wein kommt. An jeder Ecke kann man dann beides kaufen und auch gleich Maronen dazu. Wir machen es uns dann am Samstag eben so gemütlich wie möglich. Zwiebelkuchen ist das geringste Problem, den können wir schon. Maronen werden wir hoffentlich im Laden finden und als Ersatz für den neuen Wein muss wohl Cidre herhalten...
Wenn wir es schaffen und das Wetter mitspielt, möchten wir auch noch auf das Feld und Drachensteigen lassen. Das wäre schön! Ach, der Herbst ist schon eine sehr schöne Jahreszeit. Besonders wenn alles so schön bunt ist und die SOnne dazu scheint. Heute ist es leider bedeckt und nur kalt aber ich weiss, dass es auch wieder anders werden wird.