Tausend mal gehüpft

tausend mal ist nichts passiert.
Tausend und ein Hüpfer
und es hat 'bumm' gemacht.

Lilli ist zum etwa tausendsten Mal von der Fussbank unseres Sessels gehüpft und anscheinend war das einmal zu oft. Sie hat sich dabei ziemlich am großen Zeh verletzt. Danach war erst mal nichts zu sehen, außer daß sie arg weinte, aber am nächsten Morgen war der große Zeh dann leicht bläulich und geschwollen. Der Arzt meinte, dass er vielleicht gebrochen ist oder auch nur angebrochen. So genau konnte man das ja von aussen nicht sehen. Da man beim Zeh eh nichts machen kann, fand er es auch nicht so wichtig, es röntgen zu lassen. Es ändert an der Behandlung nichts, ob es gebrochen ist oder nur angebrochen. Sie haben einen elastischen Stützverband um den Fuss gemacht und wir sollten ihr Paracetamol geben, wenn sie Schmerzen hat. Erst ist sie ganz arg vorsichtig gelaufen, bzw. erst mal konnte sie gar nicht laufen und wir mussten sie tragen. Jetzt geht es schon ganz gut, sie dreht den Fuss so, dass sie die große Zehe nicht belastet. Manchmal ist sie schon wieder so übermütig, dass sie irgendwo anstösst und das tut dann natürlich wieder weh. Aber sie darf morgen wieder in den Kindergarten. Heute war dieser eh geschlossen weil die Erzieherinnen einen Fortbildungstag hatten. So machte das nichts, dass sie heute nicht in den Kindergarten konnte. Vermutlich können wir den Verband in ein paar Tagen wieder abnehmen so wie es jetzt aussieht. Nur erinnern darf man sie nicht daran, also fragen ob der Fuss denn noch weh tut. Dann kann es nämlich passieren, dass sie wieder ganz traurig wird und weint und das obwohl sie davor fröhlich rumgelaufen ist und gespielt hat Smiling .

Bandy-Weltmeisterschaft in Västerås

In Schweden spielt man Bandy. Das ist so wie Eishockey und doch wieder nicht. Grundsätzlich ist es erst mal ähnlich, immerhin es spielt auf Eis und man hat lange "Schläger" Smiling
Obwohl die Regeln doch stark abweichen, ist Bandy mehr oder minder der Vorläufer des heutigen Eishockeys, wird aber weiterhin in vielen Ländern gespielt. Daraus haben sich dann auch noch andere Spiele entwickelt wie z.B. das Innebandy, das man ohne Eis spielt. Wer mehr über Bandy wissen will, kann ja mal hier schauen.
Bandy ist zwar nicht so bekannt wie Fussball aber es gibt doch immerhin eine Weltmeisterschaft und es kommen erstaunlich viele Manschaften zusammen. Dieses Jahr, genauer gesagt in diesen Wochen, wird die diesjährige Meisterschaft hier in Västerås ausgetragen. Bei Radio Schweden wurde fälchlicherweise gesagt, dass es in der Stockholmregion ausgetragen wird. Naja, bei den Größenverhältnissen in Schweden stimmt das ja sogar noch. Aber als Västeråser möchte man ja nicht zu den 08ern gezählt werden... Wir sind nicht Stockholm bitte schön!
Jedenfalls findet in diesen Tagen die Weltmeisterschaft von Bandy bei uns statt. Das ist aufregend. Schweden liegt bisher sehr gut im Rennen und hat gerade heute wohl wieder ein wichtiges Spiel gewonnen. 13-3 gegen Vitrussland. Bis auf Sonntage und die Endspiele braucht man keine Karten kaufen, die SPiele sind frei. Ist das nicht toll? Kein Wunder, dass man gerade besonders viele Schulklassen sieht, die in Schwedenfarben geschmückt gemeinsam zum Spiel gehen oder davon zurück kommen. Heute habe ich erst wieder viele Jugendliche mit Fahnen und geschminkt aus dem Bus aussteigen sehen. Erst wunderte ich mich etwas, denn so etwas sieht man hier recht selten. Dann wusste ich es wieder. Klar, die Schweden sind begeistert von Bandy und wenn die Weltmeisterschaft schon mal hier ist, muss man ja erst recht zur eigenen Manschaft halten. Sie sollen den Heimvorteil ja auch richtig nutzen können. Dummerweise hat Schweden in den letzten Jahren wohl schon mehrmals gegen Russland im Finale verloren. Nun fragt man sich ob der Heimvorteil wirklich ein Vorteil wird oder ob der Druck dadurch nur noch größer wird.
Mehr über Bandy, die Weltmeisterschaft und unsere schöne Stadt im Bandyfieber kann man hier nachlesen. Auch auf englisch wenn man umschaltet.

Kündigung auf schwedisch

Wie schreibt man eine Kündigung auf schwedisch? Das habe ich mich diese Woche gefragt. Ich habe auch andere (teils Schweden) gefragt. Sie wussten es nicht! Manche haben einfach immer dann die Stelle gewechselt, wenn der Vertrag ausgelaufen war. Eine Kollegin meinte, ich solle einfach nur mit der Rektorin reden. Das habe ich getan und siehe da, es gibt ein Formular zum Kündigen! Einfach ausfüllen und fertig.
Ihr merkt, ich habe gekündigt. Ab Ende des Monats bin ich keine Lehrerin mehr. Wie schön. Es tut mir um ein paar der Schüler sehr leid. Sie werden mir fehlen, besonders die Kleinen. Aber trotzdem ist das ein gutes Gefühl. Ich habe mich über so viele Dinge da geärgert, dass ich da nicht lange arbeiten wollte. Das Arbeitsumfeld war schon nicht so richtig optimal, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wer mag auch schon gerne wochenlang ohne Vertrag und Geld arbeiten? Oder Fahrzeiten nicht bezahlt bekommen, oder Gruppengymnastik mit hundert anderen Lehrern (in Winterkleidung) machen?
Ich werde aber nicht ohne Arbeit sein, denn es haben sich andere Möglichkeiten aufgetan. Genaues weiss man nicht, denn wir sind ja in Schweden Smiling Mir wurde jedenfalls angeboten, in einer Firma im Büro zu arbeiten - genauer: bei Jochen im Büro. Ab wann und wieviel ist noch unklar. Alles ganz 'lagom' hier. Das macht aber nicht so viel, da ich ja noch die Kurse bei der Volkshochschule habe. Das sind mindestens ein Abendkurs und die zwei Mittagskurse, und vermutlich noch mehr. Das ist ja schon mal was. Ausserdem wird noch eine Schülerin bleiben, die ich betreue, und wer weiss, was sonst noch so kommt. Mein Schwedischkurs läuft ja immer noch. Ich schaffe zwar, ohne zu viel Arbeit, die Prüfungen, aber hingehen und sie machen muss ich ja trotzdem. Und ich muss ja auch noch die Aufsätze schreiben und die Vorträge vorbereiten. Einen habe ich immerhin am Montag gehalten. Ich habe ein Buch vorgestellt, das ich vor einem halben Jahr hier gelesen hatte. Milda Makter von einem Finnen, dessen Namen mir unaussprechlich erscheint. Arto Paasilinna. Viel schlimmer sind allerdings die Figuren im Buch. Ich habe mich da während des Vortrages geärgert, dass die so unaussprechlich waren... Smiling
Immerhin, einen Vortrag hab' ich. Nun muss ich noch einen weiteren über eine bekannte schwedische Persönlichkeit halten. Vermutlich bleibe ich da bei Nina Persson hängen, ich mag ihre Musik und über Astrid Lindgren und Olof Palme reden ja alle Smiling Das wird langweilig mit der Zeit. Vor allem für die Lehrer.
Jedenfalls hoffe ich, dass ich durch die Kündigung in den nächsten Wochen etwas mehr Zeit für diese Sachen habe. Es ist irgendwie schon peinlich, wenn ich den Kurs nicht abschliesse... Zumal ich dann ja nicht weiterkomme... Und für manche Jobbs oder Ausbildungen brauche ich den Beleg, dass ich die Kurse gemacht habe. Wer weiss ob ich nicht irgendwann wieder studieren möchte? Dazu muss ich dummerweise erst noch das Abi im Fach Schwedisch nachholen... Das dauert allein schon 1-2 Jahre, ich mach das ja nebenbei und nicht im Vollzeitkurs.

Fast schon sommerlich...

Heute morgen war es +2 Grad. Das war vielleicht mal warm! Ihr denkt ich scherze? Nein, ich meine das ehrlich ernst. Nachdem wir hier in den letzten Wochen deutlich unter Null lagen und es auf dem See beim Schlittschuhlaufen schnell gefühlte -30 Grad waren, fühlen sich +2 Grad direkt warm an. Na gut, sommerlich ist es nun noch nicht grade. Aber wir merken den Unterschied schon sehr. Was einem im Sommer dann als eisekalt vorkäme, ist jetzt eben angenehm warm Smiling

erst nach einem halben Jahr

haben wir festgestellt, daß wir in unserer deutschen Fernseh-Kanalliste RTL vergessen haben. Das sagt schon vieles über unsere Fernsehgewohnheiten und über das Angebot von RTL aus...

76 Minuten

Ich hatte heute endlich meine erste Flugstunde hier in Schweden, genau gesagt 76 Minuten. Hier in der Stadt gibt es ja zwei Flugplätze, einen kleinen und einen richtig großen, auf dem auch die Ryanair aus London kommend landet. An dem großen Platz gibt es auch einen Flugverein, dem ich beigetreten bin: die Hässlö Flygförening. Heute hatte ich meinen Einweisungsflug auf einer Piper Warrior, auf der ich auch einen Teil meiner Flugausbildung vor mittlerweile sechs Jahren gemacht habe. Das war ein schönes Gefühl, nochmal in diesem Flugzeugtyp zu sitzen und über die verschneite schwedische Landschaft und die zugefrorenen Seen zu fliegen. Der Fluglehrer hat mich auch ganz schön rangenommen, ich hatte kaum Zeit, rauszuschauen. Allerdings bin ich ja auch sehr wenig geflogen in den letzten Monaten.

Es gibt einige Unterschiede zur Fliegerei in Deutschland. Der bisher größte ist, daß man auch an Flugplätzen landen und starten darf, an denen niemand am Funk ist. In Deutschland unmöglich, es muss immer jemand da sein, der im Notfall die Feuerwehr ruft. Hier in Schweden ist das nicht so, selbst der große Flugplatz ist nur nach Bedarf besetzt. Man erzählt einfach im Funk, was man so macht, und dann geht's los.

Am Donnerstag mache ich mit einem anderen Fluglehrer einen ganztägigen Ausflug mit einem anderen Flugzeug, mit dem ich früher auch geflogen bin, der Piper Archer. Das wird auch schön. Und Ende des Monates findet ein Kurs für eine Diamond DA40 statt, einem sehr neuen Flugzeug, mit Dieslmotor und ausgestattet mit der modernsten Elektronik auf dem Markt, zwei großen Bildschirmen und allem, was man vom Flugsimulator so kennt und mag.

Ich bin froh, daß ich nicht mehr soweit zum Flugplatz zu fahren habe, diesen Flugverein gefunden habe, der unglaublich preiswertes Fliegen erlaubt, und daß ich endlich wieder in der Luft war.