Utvecklingssamtal die 2.

So, nun hatten wir auch das zweite Gespräch im Kindergarten. Man kann es verkürzt so sagen: Lilli ist toll!
Gut, das wussten wir. Als Eltern geht man eh immer vom Besten aus. Aber es von den Erzieherinnen bestätigt zu bekommen, das ist dann doch ein schönes Gefühl.
Mit Lilli läuft es im Kindergarten sehr gut. Sie weint ja morgens meist wenn ich sie abgebe. Aber ich weiss, dass sie sofort wieder aufhört, sobald ich ausser Sichtweite bin. Die Erzieherinnen meinten, dass sie mit mir spielt und versucht Macht auszuüben. Das glaube ich sofort. Schlimmer ist es noch wenn Pappa sie bringt. Der bleibt meist ein paar Minuten und da weiss sie, sie kann mehr rausschlagen, wenn sie weint. Sie muss ihm ja auch erst mal alles zeigen...
Sobald man aber weg ist, lässt sie sich beruhigen und spielt wunderbar. Die Erzieherinnen glauben das auch deshalb, weil sie so leicht abzulenken ist. Wenn etwas schlimmes ist, dann weint sie ja weiter und will sich nicht beruhigen lassen.
Jedenfalls läuft es gut. Sie lacht viel, spielt schön (alleine und mit den anderen Kindern), beteiligt sich an allen Aktionen, räuumt brav auf (reden wir noch von meiner Tochter?) und tröstet andere Kinder die weinen.
Da Lilli mit der deutschen Sprache so nachlässig ist, waren wir etwas verunsichert. Es ist so, dass sie viel weniger redet als Florian. Sie hat es auch weniger nötig. Wir sind nicht mehr so konsequent, wir haben auch einfach weniger Zeit und ausserdem versteht Florian alles, selbst wenn wir sie nicht verstehen wollen. Wenn sie dann mal was sagt, ist die Aussprache recht schlecht, jedenfalls im Vergleich zu Florian (in dem Alter). Es ist nicht, dass wir uns deshalb verrückt gemacht haben, aber man denkt ja auch mal darüber nach und wir haben nun schon ein paar mal den Tipp bekommen beim Arzt zu testen ob sie gut hört. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es da ein organisches Problem geben sollte, sie will einfach nicht, oder ist aufgrund der 2 Sprachen eben etwas langsamer. Bei dem Gespräch gestern hat sich nun ergeben, dass meine Annahme stimmt. Sie redet viel mehr schwedisch als deutsch. Dort muss sie ja auch, man versteht eben nicht alles, wie daheim. Ausserdem ist ihre Aussprache recht deutlich. Sie würde mehr sprechen als manch schwedisches Kind. Die Erzieherinnen sehen da absolut keinen Handlungsbedarf. Sie glauben auch, dass sie gerade einfach sehr auf eine Sprache fokusiert ist und die andere dann etwas später weiter entwickelt wird. Wir werden einfach weiter deutsch mit ihr reden und schauen mal. Im Zweifelsfall bräuchte sie schon etwas früher den Muttersprachenunterricht. Aber ich glaube das ist nicht nötig. Auf den Muttersprachenunterricht hat hier in Schweden übrigens jedes Kind ein Anrecht, dessen Eltern eine andere Sprache als schwedisch sprechen. Und zwar ab dem Jahr, in dem das Kind 5 wird. Der Unterricht ist kostenlos und sogar die Busfahrt dahin muss von dem Kindergarten organisiert und finanziert werden. Auf diese Weise sollen die Kinder auch in der anderen Sprache schreiben und lesen können. Sie sollen ausserdem kulturelle Dinge aus ihrem Herkunftsland erlernen. Bei deutschen Kindern bedeutet das, dass man gemeinsam Feste wie Nikolaus feiert. Mit anderen deutschen Kindern und nicht nur daheim im kleinen Kreis, wo die Nachbarn eben alle Schweden sind.
Das finde ich ist eine tolle Sache.
Aber wieder zu Lilli. Sie ist, nach Aussage der Erzieherinnen smart. Sie begreift sehr schnell und selbst schwierige Sachverhalte versteht sie in der schwedischen Sprache. Wir dachten ja, dass sie vielleicht hauptsächlich Dinge versteht wie "windelnwechseln", "aufräumen", "rausgehen". Dinge eben, die sie tagtäglich da hört und die für ihren Alltag wichtig sind. Die Erzieherinnen meinen aber, dass sie alles versteht. Sie erzählten ein paar Beispiele. So hatte sich eine Erzieherin mit einer anderen Unterhalten und ihre gesagt, dass da unter dem Sofa ein Puzzleteil liegt. Lilli, die eigentlich grade was spielte, ist daraufhin zum Sofa und hat das Teil geholt. Ein anderes Mal weinte Lilli weil ich grade gegangen war. Da fragte die Erzieherin ob sie im Kinderwagen sitzen will. Sie meinte heulend ja. Da sagte die Erzieherin, dass sie aber in dem Wagen nicht heulen könne, da sitzt ein Kind drin und schläft. Lilli hörte sofort auf mit Weinen. Sie verstand was die Erzieherin meinte und reagierte entsprechend. Das finde ich bemerkenswert, sie ist nicht mal 2.
Sie singt besonders gern, das wussten wir aber ja schon. Dabei macht sie begeistert alles mit und scheut sich auch nicht davor vor anderen zu singen.
Überhaupt ist sie nicht besonders schüchtern.
Die Erzieherinnen meinten, dass sie froh sind, dass Lilli in ihrer Gruppe sei. Nun, das Kompliment konnte ich nur zurückgeben. Wir sind so glücklich mit den drei Frauen und ihrer Arbeit.
Schön, dass es bei beiden Kindern so gut läuft. Das bestätigt uns wieder mal darin, dass es kein Fehler war den Umzug zu wagen.

die schwedische GEZ

Tja, und da dachten wir, wenn wir Deutschland verlassen sind wir die GEZ los. Denkste. Kaum ein paar Monate hier, flattert uns ein Brief vom Radiotjänst aus Kiruna ins Haus. Die schwedische GEZ. Jeder, der die Möglichkeit hat, Fernsehen oder Radio zu empfangen und so weiter und so fort...

Also werden wir uns da mal anmelden, für schlappe 2032 Kronen im Jahr, also ca. 240 Euro. *seufz*

bis zum Hals

Zwei Drinkbecher in einer Nacht geleert, und dann noch ein großes Geschäft dazu, das hält keine Windel aus, auch nicht die unserer Tochter. Lecker, sowas vor dem Frühstück. Shocked

Ab in die Dusche!

Utvecklingssamtal

Des Schweden liebstes Hobby. Möte und samtal. Man trifft sich zum Gespräch. Auf der Arbeit, im Kindergarten, in der Schule, im Verein, überall. Ein "einfaches" Meeting ist ein möte. Ein Gespräch bei dem es um die Entwicklung geht, also ein Entwicklungsgespräch, das ist dann ein utvecklingssamtal. Jochen hatte so eines letzte Woche mit seinem Chef und nun sind eben die Kinder dran. Das Schöne dabei ist, dass beide Seiten ehrlich die Chance haben die Entwicklung und Situation von ihrer Sicht aus zu sehen und darüber zu berichten. Es ist wirklich wichtig. Man bekommt meist schon vorher ein Papier mit ein paar Stichpunkten, oder ganzen Fragen. Das Gespräch wird protokolliert und kommt zu den Akten. Die lieben das, die Schweden und machen es daher meist 2 mal im Jahr. Und ich muss sagen, dass ich es auch toll finde.

So, und jetzt muss ich mal angeben, mache ich ja sonst nie Smiling Smiling
Heute war unser erstes utvecklingssamtal in der förskola. Also, das erste Entwicklungsgespräch im Kindergarten. Es ging dabei um Florian. Lilli ist morgen dran. Heute morgen sind wir also in den Kindergarten um uns mit Florians fröken zu unterhalten. Es war uns ja eigentlich schon klar, dass das gut werden würde, man hätte sonst sicher mal was gesagt. Dass es aber gleich so gut läuft, das hätten wir nicht erwartet.
Sie berichteten, dass ihnen nichts einfällt was Florian nicht interessieren würde. Er macht bei allem mit, ist aufgewckt und neugierig. Es bereitet ihm keine Schwierigkeiten der Sprache zu folgen, auch bei den schwereren Gesprächsrunden (mit Thematik, wie "Dinge die schwimmen oder sinken", macht er sofort mit und versteht das Problem, bzw. die Aufgabe. Das ist beeindruckend, da es ein paar Kinder gibt, die es manchmal trotz Sprachvorteil nicht verstehen. Er spielt gerne, liest gerne, räumt aktiv mit auf (reden die von unserem Kind?) und ist sozial zu den anderen Kindern. Sprachlich muss er mehr gefordert werden, obwohl er alles versteht, ist er manchmal zu faul auch schwedisch zu reden. Es ist eben einfacher auf deutsch. Deshalb "zwingen" sie ihn vermehrt, indem sie ihn nicht mehr verstehen wenn er nur deutsch redet. Sie erklären ihm dann, dass er bitte schwedisch reden soll und das funktioniert. Natürlich macht er dabei Fehler und hat keine ordentliche Aussprache aber das zu erwarten wäre nach 4 Monaten im Kindergarten zuviel verlangt. Zumal er daheim nur deutsch hört.
Die Erzieherinnen sind aber davon überzeugt, dass er bald richtig sprechen wird und finden, dass er das sehr gut meistert.
Er macht im Kindergarten einen fröhlichen und ausgeglichenen Eindruck.
Wir haben das Bild ergänzt und von daheim berichtet. Und auch da können wir bestätigen, dass wir einen sehr guten Eindruck haben. Florian entwickelt sich sehr gut. Daheim testet er mehr aus, aber auch das ist normal.
Wir sind jedenfalls sehr erleichtert, dass unser Gefühl stimmte und sind sehr stolz auf unseren Sohn. Trotz allem macht man sich ja Sorgen, dass es den Kindern gut geht mit der Umstellung. Bei Florian sind sie aber wohl unbegründet. Ihm geht es hier sehr gut.

Der Grillplatz

Das Wochenende ist schon wieder fast vorbei, nur noch ein paar Stunden. Wir haben es mal wieder ausgiebig genutzt und im Garten gearbeitet. Das hat richtig Spaß gemacht, wir waren nämlich kreativ. Wir haben unsere Grillstelle gebaut. Da wo wir vor ein paar Wochen einen Baum entfernten, nämlihc direkt vorm Fenster des Spielzimmers. Man konnte kaum rausschauen und Licht gabs da auch kaum. Einen von zwei, eh nicht so schönen Bäumen haben wir da entfernt. Nun steht an dieser Stelle ein wunderscbön gepflasterter Grillplatz. Da wir so viele Bruchsteine im Garten gefunden hatten war ja klar, dass wir sie für so etwas benutzen würden. Das war ganz schön viel Arbeit aber wie gesagt, es hat auch wirklich Spaß gemacht. Aus den Steinen haben wir eine Spirale auf den Boden gelegt. Da kommt dann im Sommer bzw. je nach Wetter schon demnächst, der Grill drauf. An dieser Stelle war vorher der Hasenkäfig der Vorbesitzer. Es war also keine so schöne Ecke mehr, es gab da auch kein Rasen mehr. Wir mussten eh alles umgraben und haben nun neuen Rasen gesät. Da und an noch viel mehr Stellen im Garten. Um die Büsche rum, die wir kräftig zurückgeschnitten hatten, sind auch lauter kahle Stellen. Und um die Bäume rum, da ist natürlich auch immer viel Schatten. Aber wir hoffen, dass wir trotzdem noch etwas mehr Wiese bekommen. Eine Seite im Garten ist somit nun fertig. Als nächstes wollen wir dann auf der anderen Seite arbeiten. Damit lassen wir uns aber mehr Zeit, die Seite ist auch nicht so dringend.
Dass der Grillplatz fertig ist, ist schon mal eine riesen Sache. Die Grillsaison kann somit eröffnet werden, vielleicht schon am nächsten Wochenende Smiling